dialogues

 

dialogues,

eine Kollaboration mit meinem Kollegen Soheil Shayesteh, befasst sich mit der Psyche einer Person, die über zwei Jahre in einem Kriegsgebiet stationiert war. An der Grenze zwischen dem Iran und Afghanistan, einer Region, in der auch heute noch täglich Menschen in Kampfhandlungen sterben. Wie vielen, die solch extremen Situationen ausgesetzt waren, gelingt unserem Protagonisten die Rückkehr in die vermeintliche Realität eines zivilen Lebens nicht. Er verharrt, gefangen in der eigenen Gedankenwelt, in einem Zustand ständiger Verwirrung. Einen klaren Gedanken zu fassen scheint ummöglich, in seinem Gefängnis aus scheinbar zusammenhangslosen Imaginationsketten. Nur die Erinnerung an ein Wiegenlied aus der Kindheit verschafft dem Protagonisten vermeintliche Linderung und bietet einen Anker in der Wahnvorstellung. Während des Stücks befindet sich der Performer in der Mitte des Raumes in einem weißen Rechteck, welches von der Decke auf den Boden projiziert wird. Die Kanten dieses Rechtecks, das sich in Reaktion auf die Musik und das Spiel des Performers zuckend vergrößert und verkleinert, werden vom Protagonisten als unüberwindbare Grenze wahrgenommen. Während der Aufführung des Stückes befindet sich das Publikum um den Performer herum und ist selbst eingeschlossen von einem Ring aus Lautsprechern und dem Sound (Musik und Sprache) der Performance.

Konzept | Soheil Shayesteh und Lorenz Rommelspacher
Musik | Soheil Shayesteh
Projektion | Verena Barié und Soheil Shayesteh
Text und Performance | Lorenz Rommelspacher

 
 

„We were a part of the music. It was like sitting in the middle of an orchestra and not on the balcony. So the voices of the guys were not behind/in front of me but around me, which gave me a feeling of space. I was put in the middle of what was happening.[…] By standing/sitting around you, we were co-creating the performance.“

Ema Bajc, Besucherin